Datenschutz im vernetzten Auto: Welche Daten dein Auto wirklich sammelt

Datenschutz im vernetzten Auto: Welche Daten dein Auto wirklich sammelt

Ein modernes Auto ist längst ein rollender Computer: Über hundert Steuergeräte protokollieren, wie, wann und wo du fährst. Datenschutz im vernetzten Auto betrifft deshalb nicht nur Tech-Enthusiasten, sondern jeden, der ein aktuelles Fahrzeug fährt.

Welche Daten dein Auto tatsächlich sammelt

Laut ADAC erfassen moderne Autos über rund 100 einzelne Steuergeräte hinweg eine Vielzahl an Informationen – von Bewegungsprofilen über Fahrverhalten bis zu individuellen Sitz- und Klimaeinstellungen. Besonders relevant sind dabei:

  • Standortdaten: Aus fortlaufend erfassten GPS-Positionen lassen sich detaillierte Bewegungsprofile erstellen – etwa welche Strecken du regelmäßig fährst.
  • Fahrverhalten: Beschleunigung, Bremsverhalten und genutzte Assistenzsysteme werden von vielen Fahrzeugen protokolliert.
  • Systemdaten von Assistenzfunktionen: Manche Systeme senden regelmäßig Position und Fahrzeugzustand an den Hersteller, um die Funktionen weiterzuentwickeln.

Was die DSGVO in Bezug auf Fahrzeugdaten besagt

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt uneingeschränkt auch für Fahrzeugdaten, sofern sich daraus ein Personenbezug herstellen lässt – was bei Bewegungs- und Nutzungsdaten in der Regel der Fall ist. Zusätzlich gibt es spezifische gesetzliche Vorgaben: Seit dem 6. Juli 2022 müssen neu zugelassene Autos über einen Unfall-Datenspeicher verfügen, der im Falle eines Unfalls automatisch relevante Fahrzeugdaten sichert. Auch die Erfassung des Kraftstoffverbrauchs dient einem gesetzlichen Zweck – der Gesetzgeber kontrolliert damit die Einhaltung von Emissionsvorgaben.

Was du konkret für deinen Datenschutz tun kannst

  • Datenschutzeinstellungen im Infotainment prüfen: Viele Hersteller erlauben es, die Übermittlung bestimmter Nutzungsdaten in den Systemeinstellungen einzuschränken.
  • Herstelleranwendungen kritisch prüfen: Bevor du die App eines Herstellers mit deinem Auto verknüpfst, lohnt sich ein Blick in die Datenschutzerklärung.
  • Bei Verkauf oder Vermietung zurücksetzen: Vor der Übergabe an neue Nutzer sollten gekoppelte Smartphones, gespeicherte Adressen und persönliche Profile im Infotainmentsystem gelöscht werden.
  • Bei dienstlicher Nutzung transparent kommunizieren: Werden Standortdaten erfasst, sollten Arbeitgeber und Mitarbeitende die Nutzung dieser Daten klar regeln, um eine unzulässige Überwachung zu vermeiden.

Datenschutz vernetztes Auto: Kurzfazit

Moderne Autos sammeln über zahlreiche Steuergeräte Standort-, Fahr- und Nutzungsdaten, die unter die DSGVO fallen. Wer die Datenschutzeinstellungen im Infotainment prüft und gekoppelte Geräte vor einem Fahrzeugwechsel löscht, behält die Kontrolle über die eigenen Daten deutlich besser.

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