Kurz gesagt
Nach Ablauf der Herstellergarantie kann ein kompletter Batterietausch beim Elektroauto zwischen rund 7.000 und 30.000 Euro kosten. Oft reicht aber eine güntigere Teilreparatur einzelner Module – mit 60 bis 80 Prozent Ersparnis gegenüber dem Komplettaustausch.
Die Batterie ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos. Solange die
Herstellergarantie läuft, ist das kein großes Thema – danach stellt sich für
viele Besitzer älterer E-Autos eine ernste Frage: Was passiert, wenn der Akku
wirklich ausgetauscht werden muss?
Wie lange gilt die Herstellergarantie auf die Batterie?
Laut dem ADAC-Ratgeber zur Elektroauto-Batterie
gewähren die meisten Elektroauto-Hersteller eine Garantie von acht Jahren
und 160.000 Kilometern auf die Batterie. Bei manchen Modellen sind sogar zehn
Jahre oder bis zu 250.000 Kilometer möglich. Innerhalb dieses Zeitraums trägt
in der Regel der Hersteller die Kosten für Reparatur oder Austausch bei einem
Defekt.
Was kostet ein Batterietausch nach Garantieablauf?
Nach Ablauf der Garantie können für die Ersatzbatterie allein Kosten von
7.000 bis 30.000 Euro anfallen. In Extremfällen, etwa bei Premium-Modellen wie
dem Mercedes EQS, wurden in den USA bereits Tauschkosten von umgerechnet rund
50.000 Dollar erreicht. Wie hoch die Kosten in deinem konkreten Fall ausfallen,
hängt stark vom Fahrzeugmodell und der Batteriegröße ab.
Muss immer die komplette Batterie getauscht werden?
Nicht zwangsläufig. Bei einer Reparatur tauschen Werkstätten oft nur
einzelne Module der Hochvolt-Batterie aus – das ist deutlich günstiger als ein
kompletter Austausch. Alle großen Hersteller geben mittlerweile an, dass sich
die Akkus ihrer aktuell angebotenen Modelle grundsätzlich reparieren lassen,
unter anderem wegen des modularen Aufbaus der Batterie. Die potenzielle
Ersparnis durch eine gezielte Modul-Reparatur statt eines Volltauschs liegt bei
60 bis 80 Prozent.
Beispiel
Rechenbeispiel: Bei einem angenommenen Komplettaustausch für 15.000 Euro würde eine Teilreparatur mit 70 Prozent Ersparnis nur noch etwa 4.500 Euro kosten – ein Unterschied von 10.500 Euro.
Wie kann ich das Risiko beim Gebrauchtkauf einschätzen?
Wer ein gebrauchtes Elektroauto kauft, sollte gezielt prüfen, wie viel
Garantie auf die Batterie noch übrig ist, wie viele Ladezyklen das Fahrzeug
bereits hinter sich hat und ob der Verkäufer einen aktuellen Batteriezustands-
bericht vorlegen kann. Je mehr Garantie und Restkapazität noch vorhanden sind,
desto geringer ist das Risiko einer teuren Reparatur in den ersten Jahren nach
dem Kauf.
Kurzfazit
Ein Batterietausch nach Garantieablauf kann teuer werden, muss es aber
nicht: Eine gezielte Modul-Reparatur statt eines Komplettaustauschs kann die
Kosten um bis zu 80 Prozent senken. Vor jeder Reparaturentscheidung lohnt sich
deshalb ein genauer Kostenvoranschlag von einer spezialisierten Werkstatt.

