Keyless Go: Schutz vor Autodiebstahl per Relay-Attack

Keyless Go: Schutz vor Autodiebstahl per Relay-Attack

Wichtig

Bei einem ADAC-Test ließen sich rund 85 Prozent der über 800 geprüften Fahrzeuge per Relay-Angriff öffnen und starten – mit Geräten, die für unter 90 Euro selbst gebaut werden können.

Keyless Go ist praktisch: Auto aufschließen und starten, ohne den Schlüssel
aus der Tasche zu nehmen. Genau diese Bequemlichkeit machen sich Autodiebe mit
sogenannten Relay-Angriffen zunutze – und laut ADAC-Tests funktioniert das bei
den meisten Autos erschreckend zuverlässig.

Wie funktioniert ein Relay-Angriff?

Bei einem Relay-Angriff fangen Kriminelle das Funksignal deines
Autoschlüssels ab – etwa während er in deiner Wohnung nahe der Haustür liegt –
und leiten es zum Auto weiter. Das Fahrzeug denkt dadurch, der Schlüssel
befinde sich direkt daneben, und lässt sich öffnen und starten. Für die
nötige Technik reicht oft schon ein selbstgebautes Gerät für unter 90 Euro.

Wie groß ist das Problem laut ADAC-Tests wirklich?

Der ADAC-Test zu Keyless-Systemen
hat über 800 Fahrzeugmodelle auf ihre Anfälligkeit für
Relay-Angriffe geprüft. Das Ergebnis: Bei rund 85 Prozent der getesteten
Fahrzeuge ließen sich Türen öffnen und der Motor starten. Bei einigen Marken –
darunter unter anderem Aiways, Alfa Romeo, Alpine, BYD, Chevrolet, Fiat, Honda,
Jeep, MG, Opel, Subaru und Tesla – zeigte laut Testergebnissen keines der
geprüften Modelle einen wirksamen Schutz gegen diese Angriffsmethode.

Welche Technik schützt wirklich?

Als wirksamer Schutz gegen Relay-Angriffe gilt aktuell vor allem
UWB-Technik (Ultra-Wideband), die den tatsächlichen Abstand zwischen Schlüssel
und Fahrzeug präzise misst und dadurch ein weitergeleitetes Signal erkennt.
Diese sichere Technik ist aber bislang häufig auf Oberklasse- oder neuere
Elektroautomodelle beschränkt. Rund 70 Prozent der vom ADAC untersuchten Autos
verfügen mittlerweile über einen besseren Schutz vor Fahrzeugdiebstahl –
vollständig geschlossen haben aber längst nicht alle Hersteller ihre
Sicherheitslücken.

Wie schützt du dich ohne UWB-Technik?

Solange dein Auto nicht über UWB-Schutz verfügt, helfen einfache, günstige
Mittel: Bewahre den Autoschlüssel in einer signalabschirmenden Hülle
(Faraday-Hülle) auf, die das Funksignal blockiert. Alternativ reicht es oft
schon, den Schlüssel möglichst weit von der Haustür entfernt zu lagern, etwa in
einem anderen Raum der Wohnung, damit ein Angreifer von außen kein Signal mehr
abgreifen kann.

Kurzfazit

Keyless-Go-Systeme sind laut ADAC-Tests bei der großen Mehrheit der Autos
noch anfällig für Relay-Angriffe. Bis UWB-Technik zum Standard wird, ist eine
einfache Faraday-Hülle oder die richtige Aufbewahrung des Schlüssels der
effektivste Schutz.

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