Rückrufaktion beim Auto: Was du tun musst und ob es dich etwas kostet

Eine Rückrufaktion bedeutet für dich als Halter in aller Regel: hinfahren, Mangel beheben lassen, keine Rechnung. Der Hersteller ist zwar rechtlich nicht in jedem Fall verpflichtet, die Reparaturkosten zu übernehmen – in der Praxis werden Rückrufe aber so gut wie immer kostenlos behoben, schon aus Haftungs- und Imagegründen.

Was ist eine Rückrufaktion überhaupt?

Wie der ADAC in seinem Ratgeber zu Rechten bei Rückruf und Produkthaftung erklärt, ist eine Rückrufaktion eine beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) registrierte, sicherheitsrelevante Reparatur- oder Austauschpflicht. Reagierst du als Halter nicht darauf, kann im Extremfall nach § 5 Absatz 1 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) die Zwangsstilllegung des Fahrzeugs drohen. Davon zu unterscheiden sind freiwillige Rückrufe beziehungsweise „Serviceaktionen“, die Hersteller aus eigenem Antrieb zur Produktverbesserung anstoßen – hier besteht keine gesetzliche Pflicht, tätig zu werden, auch wenn es meist trotzdem sinnvoll ist.

Woher weißt du, ob dein Auto betroffen ist?

Bei einem verpflichtenden Rückruf informiert der Hersteller die betroffenen Halter in der Regel automatisch schriftlich, da die Fahrzeugdaten über die Zulassungsstelle bekannt sind. Zusätzlich kannst du über die Fahrgestellnummer (FIN) direkt beim Hersteller oder über die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nachsehen, ob für dein Fahrzeug eine aktuelle Rückrufaktion vorliegt.

Was kostet dich das?

SituationKosten für dich
Verpflichtender, KBA-registrierter Rückrufin der Praxis so gut wie immer kostenlos
Freiwillige Serviceaktion des Herstellersin der Praxis ebenfalls meist kostenlos, aber keine gesetzliche Pflicht
Ignorierter Pflicht-RückrufRisiko der Zwangsstilllegung nach § 5 Abs. 1 FZV

Wichtig: Die Kostenübernahme ist ein tatsächliches Kulanzverhalten der Hersteller, kein automatischer Rechtsanspruch in jedem Einzelfall. In der Praxis kommt es aber äußerst selten vor, dass ein Hersteller für einen echten Sicherheitsrückruf Geld verlangt.

Was tun, wenn ein Rückrufschreiben kommt?

Termin bei einer Vertragswerkstatt vereinbaren, den im Schreiben genannten Mangel beheben lassen und die Reparatur im Servicenachweis dokumentieren lassen – das kann später beim Wiederverkauf relevant sein. Bei Unsicherheit lohnt sich vorab ein Blick in die FIN-Abfrage des Herstellers, um zu prüfen, ob das eigene Fahrzeug wirklich betroffen ist.

Rückrufaktion Auto: Kurzfazit

Ein Rückrufschreiben ist kein Grund zur Sorge, sondern eine Aufforderung, zeitnah einen kostenlosen Werkstatttermin wahrzunehmen. Verpflichtende Rückrufe solltest du nicht ignorieren, da sonst im Extremfall die Zulassung deines Fahrzeugs auf dem Spiel steht.