Kurz gesagt
Das Verbrenner-Verbot 2035 gilt politisch nicht mehr als sicher: Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 vorgeschlagen, statt 100 Prozent nur noch 90 Prozent CO2-Einsparung zu verlangen – mit einer Ausnahme für reine E-Fuel-Fahrzeuge. Beschlossen ist davon aber noch nichts.
Ob 2035 wirklich Schluss ist mit neuen Benzinern und Diesel-Pkw, war lange
scheinbar klar geregelt. Seit Ende 2025 ist die Lage wieder in Bewegung. Wer
aktuell einen Autokauf plant und wissen will, worauf er sich einstellen muss,
findet hier den Stand der Dinge.
Was war ursprünglich beschlossen?
Die EU hatte festgelegt, dass ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen
zugelassen werden dürfen. Neue Benziner, Diesel und auch klassische Hybride ohne
reinen Elektrobetrieb wären damit ab diesem Jahr vom Markt für Neuzulassungen
verschwunden.
Was hat sich seit Dezember 2025 geändert?
Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 vorgeschlagen, die strikte Vorgabe
deutlich aufzuweichen. Laut der Einordnung der Verbraucherzentrale zum Verbrenner-Aus
sollen Neuwagen ab 2035 statt einer 100-prozentigen CO2-Einsparung gegenüber 2021
nur noch 90 Prozent einsparen müssen. Die verbleibenden
zehn Prozent dürfen über Maßnahmen wie grünen Stahl oder E-Fuels ausgeglichen
werden – ein spürbarer Unterschied zum ursprünglich geplanten kompletten
Verbrenner-Aus.
Was bedeutet die E-Fuels-Ausnahme konkret?
Aufgrund von politischem Druck, unter anderem aus Deutschland, soll eine
Hintertür für den Verbrennungsmotor offenbleiben: Auch nach 2035 sollen Autos
mit Verbrennungsmotor zugelassen werden können, sofern sie ausschließlich mit
weitgehend CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen – sogenannten E-Fuels –
betankt werden. Das würde bedeuten, dass reine E-Fuel-Fahrzeuge auch nach 2035
noch neu zugelassen werden dürften, während normale Benziner und Diesel
tatsächlich wegfallen.
Info
Was sind E-Fuels? Synthetische Kraftstoffe, die aus Strom, Wasser und CO2 hergestellt werden und in normalen Verbrennungsmotoren funktionieren. Ihr Klimavorteil hängt davon ab, dass der verwendete Strom tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt.
Sind auch Plug-in-Hybride betroffen?
Ja, indirekt: Die diskutierten Änderungen könnten dazu führen, dass auch
Plug-in-Hybride und sogenannte Range Extender über 2035 hinaus verkäuflich
bleiben, wenn die endgültigen Regeln entsprechend gefasst werden. Final
entschieden ist auch das noch nicht.
Was bedeutet das für deinen Autokauf heute?
Wichtig ist: Beschlossen ist bislang nichts. Die Vorschläge der EU-Kommission
müssen noch formal vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten angenommen werden –
das kann sich noch ändern. Wer heute einen Verbrenner kauft, muss also nicht
befürchten, dass sein Auto 2035 plötzlich unzulässig wird – bestehende
Fahrzeuge sind ohnehin nicht betroffen, es geht ausschließlich um
Neuzulassungen ab 2035. Für die Kaufentscheidung heute zählen weiterhin die
laufenden Kosten: Ein direkter Vergleich zwischen Verbrenner und E-Auto
hilft dabei mehr als die politische Diskussion um 2035.
Kurzfazit
Das Verbrenner-Aus 2035 kommt aktuell wahrscheinlich in abgeschwächter Form
mit einer E-Fuels-Ausnahme statt als komplettes Verbot – final entschieden ist
es aber noch nicht. Für den Autokauf heute ändert sich dadurch nichts
Unmittelbares.

