Kurz gesagt
Nach der Zeitumstellung im Herbst steigt das Wildunfall-Risiko um rund 10 Prozent, weil der Berufsverkehr wieder in die Dämmerungsstunden fällt – genau dann, wenn Reh, Wildschwein und Hirsch besonders aktiv sind. 2024 gab es laut GDV über 276.000 Wildunfälle in Deutschland, 70 Prozent davon in Dämmerung oder Dunkelheit.
Die Zeitumstellung selbst verursacht keine Wildunfälle – aber sie verschiebt den Berufsverkehr genau in die Zeitfenster, in denen das Risiko ohnehin am höchsten ist.
Wie viele Wildunfälle gibt es in Deutschland tatsächlich?
Laut ZDFheute registrierte der Gesamtverband der Versicherer (GDV) 2024 mehr als 276.000 Wildunfälle in Deutschland. 70 Prozent davon ereigneten sich in der Dämmerung oder bei Dunkelheit – also genau in den Zeitfenstern, die durch die Zeitumstellung verschoben werden.
Warum verschärft die Zeitumstellung das Risiko konkret?
Nach der Umstellung auf die Winterzeit verschiebt sich der Sonnenuntergang gefühlt eine Stunde nach vorn. Der abendliche Berufsverkehr, der zuvor noch bei Tageslicht stattfand, fällt dadurch plötzlich wieder in die Dämmerung. Laut ADAC steigt das Unfallrisiko dadurch um rund 10 Prozent – genau in den Wochen nach der Zeitumstellung, wenn sich viele Pendler an die neuen Lichtverhältnisse noch nicht gewöhnt haben.
Wie kannst du dich als Autofahrer schützen?
Auf Straßen an Wiesen, Feldern und Waldrändern empfiehlt sich in der Dämmerung eine angepasste, vorausschauende Geschwindigkeit. Schon der Unterschied zwischen Tempo 100 und Tempo 80 verkürzt den Bremsweg um etwa 25 Meter – oft der entscheidende Unterschied zwischen einem Ausweichmanöver und einer Kollision. Zusätzlich hilft ausreichender Abstand zum Vordermann, um auf ein plötzliches Bremsmanöver reagieren zu können, sowie erhöhte Aufmerksamkeit an unübersichtlichen Streckenabschnitten nahe Wald und Feld.
Wichtig
Bei einem drohenden Zusammenstoß mit einem Wildtier gilt: kontrolliert abbremsen, nicht abrupt ausweichen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver führt häufiger zu schweren Unfällen als die Kollision mit dem Tier selbst.
Kurzfazit
Die Zeitumstellung im Herbst verschiebt den Berufsverkehr in die dämmerungsaktive Zeit von Wildtieren – mit messbaren Folgen für das Unfallrisiko. Angepasste Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit an kritischen Streckenabschnitten senken das Risiko spürbar.
