Unterwegs zählt vor allem eins: Tempo. Deshalb ist auf Reisen meist DC-Schnellladen die bessere Wahl, während AC-Laden eher für längere Standzeiten beim Einkaufen, auf der Arbeit oder zu Hause sinnvoll ist. Was die angegebene Ladeleistung dabei wirklich bedeutet, verstehen viele Fahrer erst auf den zweiten Blick.
Was unterscheidet AC- und DC-Laden?
Der Unterschied liegt darin, wo der Wechselstrom aus dem Netz in den Gleichstrom umgewandelt wird, den die Batterie tatsächlich braucht: Beim AC-Laden übernimmt das der Onboard-Lader im Auto selbst, beim DC-Laden passiert die Umwandlung bereits in der Ladesäule. Das macht DC-Laden deutlich schneller, aber auch technisch aufwendiger.
| Ladeart | Typische Ladeleistung | Ladezeit (grob) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| AC (Wechselstrom) | 11 bis 22 kW | 2 bis 6 Stunden | |
| DC-Schnellladen (Gleichstrom) | 50 bis 350 kW | 15 bis 45 Minuten (0-80 %) |
Warum die angegebene Ladeleistung nicht die ganze Wahrheit ist
Wie der ADAC-Ratgeber zum Schnellladen auf der Langstrecke zeigt, lädt kein Fahrzeug durchgehend mit der maximal angegebenen Leistung. Die tatsächliche Ladekurve fällt meist ab einem bestimmten Ladestand deutlich ab, um die Batterie zu schonen. Deshalb ist es am zeiteffizientesten, den Ladevorgang bei möglichst niedrigem Akkustand zu starten und nicht bis auf 100 Prozent zu laden, sondern bei etwa 80 Prozent die Fahrt fortzusetzen.
Was das für die Praxis bedeutet
- Für die tägliche Nutzung reicht langsames AC-Laden über Nacht meist völlig aus.
- Auf längeren Reisen lohnt sich DC-Schnellladen, kurze Ladestopps zwischen 20 und 80 Prozent sind meist effizienter als volles Laden auf 100 Prozent.
- Die maximale Ladeleistung deines Fahrzeugs ist nur ein Richtwert – wichtiger ist die tatsächliche Ladekurve deines konkreten Modells.
Was das kostet
Öffentliches AC-Laden liegt meist bei rund 0,25 bis 0,35 Euro pro kWh, DC-Schnellladen dagegen häufig zwischen 0,45 und 0,79 Euro pro kWh. Für die tägliche Ladung zu Hause lohnt sich ein Blick auf die eigene Wallbox – einen Kostenüberblick dazu findest du unter E-Auto oder Verbrenner: Wer spart wirklich bei den laufenden Kosten?.
Elektroauto laden unterwegs: Kurzfazit
DC-Schnellladen bringt dich unterwegs am schnellsten weiter, AC-Laden ist für lange Standzeiten die günstigere Wahl. Wichtig für die tatsächliche Ladeleistung ist weniger der Maximalwert auf dem Datenblatt als die reale Ladekurve deines Fahrzeugs – und ein Ladestopp zwischen 20 und 80 Prozent ist meist effizienter als volles Laden.
